M. bei der Musterung

Achtung, Abschreiber: Jan Musterzivi macht nicht jedes Jahr die ganze Prozedur durch und ist deshalb dankbar für Tips! Außerdem sind natürlich alle Schreiben vom Kreiswehrersatzamt, dem Bundesamt für Zivildienst etc immer genau zu lesen und zu beachten!


Am Tag der Musterung verlässt er das Haus mit einem großen Umschlag mit folgendem Inhalt:
- Einen Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer
- Eine Darlegung der Beweggründe zur Kriegsdienstverweigerung
- Einen tabellarischen Lebenslauf
- Ein polizeiliches Führungszeugnis (Achtung: dauert ca. 2 Wochen!)

Im Kreiswehrersatzamt kommt er zuerst ins Wartezimmer. Nachdem der Bundeswehr-Werbefilm zur Hälfte abgespult ist, wird er in die Personalaufnahme gerufen. Dort darf er Anträge jeglicher Art stellen, also gibt er seinen Antrag auf Kriegsdienstverweigerung hier ab.

Sein Kumpel Goofy hat den Antrag vorher ans Kreiswehrersatzamt geschickt, aber das hat ihm nichts genützt: der Antrag bleibt dort bis zum Tag der Musterung unbearbeitet liegen.

Der Antrag kommt in einen Umschlag, denn das Kreiswehrersatzamt soll ihn nicht ansehen, sondern nur an das Bundesamt für den Zivildienst weiterleiten.

Jan denkt plötzlich, er hätte den Lebenslauf vergessen! Das wäre aber kein Problem: er könnte alles auch innerhalb von zwei Wochen noch nachreichen. Dann würde es allerdings direkt an das Bundesamt für den Zivildienst geschickt.

Es reicht also einen Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer mitzubringen oder dort mündlich zu formulieren und den Rest später zu schicken, allerdings macht das alles unnötig kompliziert. Die Frist von zwei Wochen ist umbedingt einzuhalten und ein Einschreiben sollte es dann auch schon sein.

Natürlich gibt's noch eine kleine Überraschung: genau soviel Geld wie die Hin- und Rückfahrt zum Kreiswehrersatzamt mit dem billigsten öffentlichen Verkehrsmittel gekostet hätte. Jan ist und kann sich für das Geld einen Keks kaufen (aber nicht im Kreiswehrersatzamt!).

Ausziehen, Ausziehen! Jan hat Münzen (früher ein Markstück und Zweimarkstück, heute einen Euro) dabei, um seine Wertsachen in einen Spind einzuschließen.

Jetzt geht's rund: ein Dutzend Ärzte wartet mit Gehör-, Seh- und Urinproben, Waagen, Computern, Fragebögen und vielem mehr.

Weil das ganze so kompliziert ist, hat Jan einen Plan des Ablaufs der Musterung bekommen. Sieht schlimm aus, aber nun hat er wenigstens eine Vorstellung was vor ihm liegt.

Schließlich gehts zum Musterungsbeamten der Jan mitteilt: "Sie sind tauglich." Klar, er ist ja nicht ganz invalide. Jetzt gibt es etwas Papier:
- Eine Bescheinigung über das Ergebnis der Musterung
- Das Ärztliches Untersuchungsergebnis
- Einen Brief "Musterung" mit wichtigen Informationen
- Einen Brief "Kriegsdienstverweigerung" sozusagen als Empfangsbestätigung seiner Verweigerung

Jetzt dauert es genau 2 Wochen, bis das Kreiswehrersatzamt seine Verweigerung an das Bundesamt für den Zivildienst weiterschickt.

Dort wird sein Antrag geprüft. Das dauert ca. sechs Wochen.