M. bei der Musterung
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Am
Tag der Musterung
verlässt Jan das Haus mit einem großen Umschlag. Drin sind:
-
Der
Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer
-
Eine
Darlegung der Beweggründe zur Kriegsdienstverweigerung
-
Sein
tabellarischer Lebenslauf
-
Das
polizeiliche Führungszeugnis
(Achtung: dauert ca. 2 Wochen!)
Im Kreiswehrersatzamt kommt er zuerst ins
Wartezimmer
. Nachdem der Bundeswehr-Werbefilm zur Hälfte abgespult ist, wird er in die
Personalaufnahme
gerufen. Dort darf er Anträge jeglicher Art stellen, also gibt er seinen
Antrag auf Kriegsdienstverweigerung
hier ab.
Alexander
behält die Unterlagen und humpelt hinterher. Er hofft auf Ausmusterung aufgrund seiner Rückenschmerzen. Bei der Bundeswehr wäre das sicher ein Problem. Wenn er sich jetzt gleich als Zivi outet, findet sich vielleicht doch noch eine Stelle die auch Leute mit Rückenschmerzen gerne nimmt?
Patrick
hat den
Antrag vorher ans Kreiswehrersatzamt geschickt
, aber das hat ihm nichts genützt: der Antrag bleibt dort
bis zum Tag der Musterung unbearbeitet
liegen.
Der Antrag kommt in einen Umschlag, denn das Kreiswehrersatzamt soll ihn nicht ansehen, sondern nur an das Bundesamt für den Zivildienst weiterleiten.
Jan denkt plötzlich, er hätte den Lebenslauf vergessen! Das wäre aber kein Problem: er könnte alles auch innerhalb von zwei Wochen noch nachreichen. Dann geht die Post allerdings direkt an das Bundesamt für den Zivildienst.
Es reicht also einen
Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer
mitzubringen. Es ist auch möglich, den Antrag mündlich zu stellen. Alle übrigen Unterlagen können auch später geschickt werden, allerdings macht das alles unnötig kompliziert. Die Frist von zwei Wochen ist unbedingt einzuhalten und ein Einschreiben sollte es dann auch schon sein.
Natürlich gibt's noch eine kleine Überraschung: genau soviel Geld wie die Hin- und Rückfahrt zum Kreiswehrersatzamt mit dem billigsten öffentlichen Verkehrsmittel gekostet hätte. Jan ist
mit dem Rad gekommen
mit einem Freund mitgefahren
gelaufen
. Im Kreiswehrersatzamt gibt's zwar nichts zu kaufen, aber auf dem Heimweg investiert Jan in zwei Schokoriegel.
Ausziehen, Ausziehen! Jan hat
Münzen
(früher ein Markstück und Zweimarkstück, heute einen Euro) dabei, um seine Wertsachen in einen Spind einzuschließen.
Jetzt geht's rund: ein Dutzend Ärzte wartet mit Gehör-, Seh- und Urinproben, Waagen, Computern, Fragebögen und vielem mehr.
Weil das ganze so kompliziert ist, hat Jan einen
Plan des Ablaufs der Musterung
bekommen. Sieht schlimm aus, aber nun hat er wenigstens eine Vorstellung was vor ihm liegt.
Schließlich gehts zum
Musterungsbeamten
der Jan mitteilt: "Sie sind tauglich." Klar, er ist ja nicht ganz invalide. Jetzt gibt es etwas Papier:
-
Eine
Bescheinigung über das Ergebnis der Musterung
-
Das
Ärztliches Untersuchungsergebnis
-
Einen Brief
"Musterung"
mit wichtigen Informationen
-
Einen Brief
"Kriegsdienstverweigerung"
sozusagen als Empfangsbestätigung seiner Verweigerung
Jetzt dauert es genau 2 Wochen, bis das
Kreiswehrersatzamt
seine Verweigerung an das
Bundesamt für den Zivildienst
weiterschickt.
Dort wird sein Antrag geprüft. Das dauert ca. sechs Wochen.